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 sulcus ulnaris syndrom
Autor:  SUS-Patient
Datum:   04.06.02 21:52

Hallo liebe Leute!
Vor ca. 5 Monaten trat bei mir erstmalig das sulcus ulnaris Syndrom auf, zwei Tage nachdem ich mit dem Fahrrad auf die linke Körperseite gestürzt war. Es fing mit dem Kribbeln des linken kleinen Fingers und des halben Ringfingers an. Damals war ich beim Chiropraktiker und dann beim Orthopäden, der meinen Ellenbogen mit Ultraschall untersuchte sowie Ultraschallbestrahlung und Vitamintabletten verordnete.
Seit ca. 5 Wochen habe ich nun auch Muskelschmerzen in der Hand und im Arm, manchmal bis in die Schulter strahlend und das Handgelenk schmerzt bisweilen. Außerdem kribbelt es nicht mehr nur ein wenig, sondern die Finger und der zugehörige Teil der Hand fühlt sich taub oder ähnlich wie nach einem Schlag auf die Hand an.
Ich kaufte mir einen Ellenbogenschoner, da ich am Computer arbeite und im Internet einiges über das Syndrom las, z.B. das Computerarbeit schon alleine die Ursache sein kann. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, daß ich mindestens seit Ende dieses Jahres starke Verspannungen in den Schultern habe, viel stärker als ich es bisher auf Grund meiner Arbeit am Computer gewöhnt war.
Als die Symptome sich verschlechterten war ich vor 4 Wochen nochmals beim behandelnden Orthopäden, der mich zur neurologischen Untersuchung schickte, bei der eine deutlich verringerte Nervenleitgeschwindigkeit an meinem Ellenbogen gemessen wurde (42 m/s statt 56m/s wie sonst am linken und rechten Arm). Daraufhin hat mein Orthopäde meinen Ellenbogen geröntgt, am Knochen aber keine Schäden festgestellt. Auf meinen Vorschlag hin verordnete er mir noch eine Schiene für die Nacht, was ja auch zur konventionellen Behandlung gehört. Meine Frage, ob man den Nerv durch irgendein Untersuchungsverfahren sichtbar machen könne, bejahte er, meinte aber, daß das nichts brächte. Dann verabschiedete er sich und sagte mal wieder, ich solle in 6 Wochen wiederkommen.
Hier nun meine Fragen:
1. Ist es richtig, daß eine solche Aufnahme, auf der man den Nerv sehen kann, keine weitere Hilfe für die Auswahl der weiteren Behandlungsmethoden sein könnte?
2. Was gibt es für weitere Behandlungsmöglichkeiten, auch auf eigene Kosten? Ich möchte natürlich auf jeden Fall eine Verbesserung und Heilung erreichen und auf keinen Fall, daß es bis zu einer Operation kommt. Deshalb habe ich jetzt einen Chi-Gung-Kurs begonnen, um die Verspannungen loszuwerden. Was kann ich noch tun?
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 Re: sulcus ulnaris syndrom
Autor:  GeertJeuring (---.proxy.aol.com)
Datum:   05.06.02 06:14

Hallo, nur generell noch etwas mehr Info zum Thema:
Definition:
Beim Sulcus ulnaris-Syndrom (SUS) handelt es sich um eine Kompression des N. ulnaris in seinem Verlauf vom distalen Oberarm (dorsal des Epicondylus humeri medialis) unter einer unterschiedlich starken (gelegentlich muskulären) Überdachung des Sulkus bis zum Arcus tendineus des Flexor carpi ulnaris mit dessen oberflächlicher und tiefer Faszie.
Die Schädigung des Nervs kann durch direkte Kompression des Ellenbogens (Aufstützen, Prellung, Cubitus valgus), durch Subluxation oder Luxation des Nervs über den Epikondylus mit Abknickung an einer der scharfrandigen Strukturen des Sulkusdaches oder durch Vorwölbung am Sulkusboden (arthrotische Osteophyten, Knochensporn oder Fraktur, Tumor) entstehen. Eine vermehrte Druckanfälligkeit kann im Rahmen einer Polyneuropathie (Alkohol, Diabetes, Lepra) oder einer Zweitkompression (double crush) vorliegen.
Die Parese des N. ulnaris durch Kompression am Ellenbogen nach Fraktur und Luxation und bei Fehlstellung kann noch Jahre später auftreten (Spätparese).

Symptomatik:
(Stadieneinteilung nach McGowan oder Dellon)

Anfangs intermittierende Parästhesien, Dys- oder Hypästhesien im Versorgungsgebiet des N. ulnaris, später persistierende Gefühlsstörungen
Schmerzen in der Hohlhand, Unterarm bis zum Ellenbogen
Schwäche beim Grob- und Spitzgriff und zunehmende Ungeschicklichkeit
Handbinnenmuskelschwäche und Atrophie
Krallenstellung des Ring- und Kleinfingers

Diagnostik:
Notwendig:
Anamnese, klinische Untersuchung (sensible und motorische Nervenfunktion, Nervenklopfschmerz, Luxationstendenz des Nervs)
Röntgenuntersuchung Ellenbogen a.p. und seitlich
Neurophysiologische Untersuchung
Im Einzelfall nützlich:

Röntgenaufnahmen des Sulkus, erforderlichenfalls CT
Sonographie
MRT bei Tumorverdacht des Nervs oder der Umgebung
Überflüssig:

Angiographie
Szintigraphie

Differentialdiagnose:
Weiter zentral oder peripher gelegene Kompression oder Zweitkompression: Muskeldystrophien, Myatrophe Lateralsklerose, Syringomyelie, Halsrippe, Zervikalsyndrom, Skalenus-Syndrom, Thoracic-outlet-Syndrom.
Kompression des N. ulnaris in der Loge de Guyon
C7-C8-Th1-Symptomatik

Therapie:
Konservativ:
Vermeidung langdauernder Beugung des Ellenbogens, Polsterung beim Aufstützen.
Oberarmschiene in Mittelstellung des Ellenbogengelenks, speziell nachts
Antiphlogistische Medikation
ggf. Behandlung disponierender Allgemeinerkrankungen
nach Besserung: Übungsbehandlung (Beweglichkeit, Sensibilität, Kraft und Geschicklichkeit)
Nicht angezeigt: Lokale Kortikoid-Injektion

Operationsindikation:

keine Besserung unter konservativer Therapie oder bei Verschlechterung der Symptome
persistierende Sensibilitätsstörungen
Schwäche bzw. Atrophie der vom N. ulnaris innervierten Muskulatur bei nachgewiesener Raumforderung
Auch bei ausgeprägter Muskelatrophie kann die Operation zur Besserung der Sensibilität und Trophik führen.

Operationsprinzipien:

Dekompression des N. ulnaris vom distalen Oberarm bis proximalen Unterarm, ggf. Verlagerung und Neueinbettung des Nervs.
Zusatzmaßnahmen:

epineurale Neurolyse (Epineurotomie oder interfaszikuläre Neurolyse ist selten notwendig)
langstreckige Verlagerung des N. ulnaris mit Resektion des Septum intermusculare mediale
Epikondylektomie

Nachbehandlung
Nach Verlagerung Ruhigstellung des Ellenbogengelenks für 1-3 Wochen, danach Übungsbehandlung wie bei konservativer Therapie.
Konservative Behandlung:

ambulant
Operation:

ambulant bei alleiniger Dekompression möglich
stationär in der Regel bei Zusatzeingriffen


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Erarbeitet von Dr. Ch. Wulle, gemäß 3-Stufenprozeß der Leitlinienentwicklung in der Leitlinienkommission der DGH, (Dr. M.C. Wüstner-Hofmann), Vorstand der DGH und Mitgliederversammlung.
Im Konsens mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen.

Erstellungsdatum: November 1999

Nächster Update: Januar 2001



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 Re: sulcus ulnaris syndrom
Autor:  Hugo Mehr als 50 Beiträge (78)
Datum:   05.06.02 21:15

Hi du kleiner SUS-Patient,

da hilft nur noch amputieren oder erschiessen.(Kleiner Scherz von mir)

Viele grüße und gute besserung Hugo
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 Re: sulcus ulnaris syndrom
Autor:  hgb (62.246.113.---)
Datum:   05.06.02 23:00

das SUS kann durch muskuläre Verkürzungen unterstützt werden, die PC-Arbeit weist in die Richtung, eine ausreichende Lockerung der Muskeln ist sinnvoll, siehe kons. Therapie. MfG und gute Besserung! hgb
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 Re: sulcus ulnaris syndrom
Autor:  ws (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   07.06.02 21:51

Hallo,
versuch mal mit dehnung Musculus pectoralis major???,und N ulnaris Mob
-tests für ToS
-tests für 1Rippe
-tests für Unterarmflexoren bzw Tendo...
-tests für Cervico-thoracal bds
denk an ganzen Pl.brachialis...

viel Erfolg

WS
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