Corona - finanzielle Hilfen für Selbstständige durch den Bund 100

Unterstützung in schweren Zeiten, Teil III

24.03.2020

Aus dem engen Kontakt mit unserer Leserschaft wissen wir, dass die Themen „Geld“ und „Existenzsorgen“ momentan die zentralen Fragen sind. Heute hat das Bundeskabinett einige Hilfsmaßnahmen für Therapeuten auf den Weg gebracht, die vor allem Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen betreffen. Diese Maßnahmen werden im Lauf der Woche beschlossen werden.

Zuschuss
Ein Zuschuss ist eine finanzielle Hilfe. Es ist also kein Kredit o.ä. der zurück gezahlt werden muss! Ein Zuschuss ist eine geldwerte Zahlung, um die nächste Zeit finanziell zu überstehen.

Name:
Soforthilfe für Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe

Umfang:

  • • Für Unternehmen bis zu 5 Vollzeit-Arbeitnehmer (39 Std./Woche): Einmalzahlung bis zu insgesamt 9.000 € für 3 Monate.
    • Für Unternehmen bis 10 Vollzeit-Arbeitnehmer: Einmalzahlung bis zu insgesamt 15.000 € für 3 Monate
Voraussetzungen:
Antragsteller müssen nachweisen, dass sie erst seit dem 11. März 2020 auf Grund der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind (Existenzbedrohung, Liquiditätsengpass usw.).

Vorteil:
Dieser Zuschuss wird zusätzlich zu eventuellen Hilfszahlungen des jeweiligen Bundeslandes gezahlt. (Siehe unten)

Ansprechpartner:
Ausgereicht werden soll diese Soforthilfe über die Bundesländer. Konkretere Ansprechpartner standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Das Finanzministerium verspricht aber alle Details zu diesem Sofortprogramm auf seiner laufend aktualisierten Homepage nachzuliefern.

Kredite
Noch lieber als Zuschüsse gewähren Behörden Kredite. Hierfür bieten sie über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Therapeuten zwei verschiedene Kreditprogramme an:
  1. für Unternehmen älter als 5 Jahre: den KfW-Unternehmerkredit
  2. für Unternehmen jünger als 5 Jahren: den ERP-Gründerkredit – Universell
Verwendungszweck:
  • • laufende Kosten, wie z.B. Miete oder Personalkosten
    • Investitionen
Vorteil:
Für diese Kredite wurden die Mindestanforderungen an die Kreditwürdigkeit des Unternehmens deutlich gesenkt und die KfW übernimmt gegenüber der Hausbank größtenteils das Kreditausfallsrisiko.
Des Weiteren erfolgt die Risikobewertung bis zu einer Kreditsumme von 3 Mio. Euro ausschließlich durch die Hausbank, was zu einer zügigeren Auszahlung der Mittel führt.

Insolvenzregeln
Für den Fall, dass all die Zuschüsse und Kredite nicht helfen sollten und ein Unternehmen auf Grund von Corona doch in Zahlungsschwierigkeiten gerät, wurden die Insolvenzregeln gelockert.
Das Bundesfinanzministerium wörtlich: „Wer aufgrund von Corona in den nächsten Monaten in Zahlungsschwierigkeiten gerät, muss vorerst keine Insolvenz anmelden.“

Grundsicherung
Für den einen ein schrecklicher, für den anderen ein tröstlicher Gedanke: Falls alle Stricke reißen, gibt es in Deutschland die Grundsicherung (besser bekannt unter Hartz 4).
Für in Not geratene Selbstständige wird der Zugang hierzu erleichtert.
Das heißt konkret, dass in den nächsten Monaten weder die Vermögensverhältnisse offengelegt werden müssen, noch das Vermögen angetastet werden muss und der Verbleib in der eigenen Wohnung gesichert ist.
Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst im Nachhinein, sodass die Leistungen schnell ausgezahlt werden können.
Diese Ausnahmeregelungen gelten für sechs Monate.

Sofortprogramme der Bundesländer
Seitens etlicher Bundesländer gibt es ebenfalls eigene Zuschussprogramme.
Eine Übersicht über selbige finden Sie hier.

Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll!

Friedrich Merz / physio.de

Hier finden Sie die anderen Teile aus unserer Reihe "Unterstützung in schweren Zeiten":
Teil I: Corona - Kurzarbeitergeld für Praxen
Teil II: Corona - Erleichterungen bei der Abrechnung
Teil IV: Corona - finanzielle Zuschüsse für Selbstständige auf Länderebene