Manches wird doch so heiß gegessen

25 Kommentare

Rezepte der Berufsgenossenschaft gelten nur vier Wochen.


12.02.2019

Die alte deutsche Weisheit, dass nichts so heiß wie gegessen werde wie es gekocht wurde, stimmt meistens. Allerdings nicht in Zusammenhang mit der Berufsgenossenschaft (BG). Im Herbst des Jahres 2016 erließ die BG eine neue „Handlungsanleitung zur Verordnung, Durchführung und Qualitätssicherung der Physiotherapie/Krankengymnastik - Physikalischen Therapie und Ergotherapie“.

Etwas praxisfremd, aber tatsächlich steht da auf Seite 6 wörtlich: „Eine Verordnung umfasst längstens 4 Wochen (die Frist beginnt ab Verordnungsdatum).“ Das heißt: Alle Behandlungen danach muss die BG nicht mehr bezahlen.

Recherchen von physio.de ergaben, dass dies bisher von den Berufsgenossenschaften nicht ganz so streng gehandhabt wurde – aber eben leider nur bisher. Seit kurzem scheint hier ein Umdenken stattzufinden. Immer mehr kommt es bei Therapeuten zu Absetzungen, da diese Frist nicht eingehalten wurde. Diese können dann nichts dagegen tun, da die BG hier im Recht ist.

Konkret heißt das:
- Wurde z.B. ein BG-Rezept am 2.1.19 ausgestellt, muss die letzte Behandlung auf dem Rezept spätestens am 30.1. stattgefunden haben.
- Ferner ist zu beachten, dass im Gegensatz zu GKV-Rezepten die Frequenz (Anzahl pro Woche) hier nicht nur eine reine Empfehlung darstellt, sondern dass diese auch einzuhalten ist.
- Sollte ein Rezept unter diesen Umständen nicht „komplett abzuarbeiten“ sein, muss es abgebrochen werden und der Patient erneut zum Arzt geschickt werden.
- Außerdem sei der Vollständigkeit halber hier noch einmal erwähnt, dass BG-Rezepte innerhalb von sieben Kalendertagen begonnen werden müssen.

Wir empfehlen allen Therapeuten dies zu berücksichtigen, um dauerhaft „auf der sicheren Seite“ zu sein und Unannehmlichkeiten bezüglich Rückforderungen in der Zukunft aus dem Wege zu gehen. Dem aufmerksamen Leser unserer Foren dürfte auch nicht entgangen sein, dass so mancher Versicherungsträger (z.B. IKK classic) Nachforderungen an Therapeuten über mehrere Jahre stellt.

Friedrich Merz / physio.de

Die Klarstellung der DGUV, dass BG-Rezepte nun doch länger als vier Wochen behandelt werden dürfen, finden Sie ab 5.3.19 hier.

  • (6)
    Vor 10 Monaten
    RoFo
    RoFo: 3574 Beiträge, 92% Empfehlungen

    Danke für diesen wichtigen Hinweis!!!

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  • (2)
    Vor 10 Monaten
    Norbert Meyer
    Norbert Meyer: 849 Beiträge, 74% Empfehlungen

    Zunehmend neue Allüren mit Frechheit gepaart seitens BG.Verordnungen 2015-2018
    BG Energie Textie Elektro Medienerzeugnisse BV sowie SVLFG Landw. die ausgestellten Verordnungen einfach generell nicht mehr zu akzeptieren,
    ......der 1. Fall Begründung kein BG Fall
    .....im 2. Fall Behandlung nicht nötig ,Basta

    Der Orginalauftrag vom Vertragsarzt BG zählt nicht mehr oder sind wir PT als kostenintensiver Faktor über Jahre hinweg unnützt, was Bitte ist dann ein vorliegender Arbeitsauftrag wert.
    ABKLÄRUNGSBEDARF über den Fall!!!!
    sollten wir die "Kostenübernahme" vom BG Fall doch vorab unterschreiben lassen!? , damit das Berufsgenossenschaftsmitglied im Bilde ist!

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  • (1)
    Vor 10 Monaten
    therapeutin
    therapeutin: 3556 Beiträge, 79% Empfehlungen

    hab 20 Lymphe a 2x/W als Dauerverordnung,Nachfrage bei der BG Norddeutsche Metall 1. kennen sie das nicht und 2. natürlich bezahlen sie die Behandlungen...bisher nie Probleme gehabt,aber wenn ich daran denke das sie dann rückwirkend fordernverschmitzt

    Wie lange können die Bg zurückfordern?

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    Vor 10 Monaten
    Gert Winsa
    Gert Winsa: 499 Beiträge, 62% Empfehlungen
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    Vor 10 Monaten
    fitandeasy
    fitandeasy: 2 Beiträge, 0% Empfehlungen
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  • Vor 10 Monaten
    Nora Weber
    Nora Weber: 815 Beiträge, 97% Empfehlungen

    Was ich mich aber noch frage: wie relevant ist eine Handlungsanweisung, die einseitig von der DGUV / SVLFG herausgegeben wurde, für unsere Vergütung?

    Im "Rahmenvertrag", der als Vereinbarung der BGs mit unseren Berufsverbänden (mein Stand: 01.01.2007) abgeschlossen wurde, finden sich diese "Neuerungen" nicht. Hier wird unter "§ 3 Durchführung der Behandlung" genannt, dass "die Behandlung grundsätzlich innerhalb einer Woche nach Auftragserteilung begonnen worden" müsse und die "in der Verordnung enthaltenen Vorgaben, insbesondere der Beginn der Behandlung, Zeitabstände, Dosierung und Dauer, [...] einzuhalten" seien.
    Sollte dort nicht die juristische Grundlage der Behandlungsdurchführung festgelegt werden?

    Dort wird übrigens auch noch ausgeführt:
    "Können die Vorgaben (Beginn der Behandlung, Zeitabstände, Dosierung und Dauer) vom Therapeuten nicht eingehalten werden, so sollte dieser unverzüglich weitere geeignete Therapeuten in der näheren Umgebung benennen und den Unfallverletzten/Berufserkrankten dorthin verweisen."

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  • (4)
    Vor 10 Monaten
    RoFo
    RoFo: 3574 Beiträge, 92% Empfehlungen

    So, habs schnell mal quergelesen.

    Zitat von S. 6 :
    "Eine Verordnung umfasst längstens 4 Wochen (die Frist beginnt ab Verord-
    nungsdatum). Danach hat eine Kontrolluntersuchung beim verordnenden Arzt zu erfolgen.
    Es ist ggf. eine weitere Verordnung auszustellen. Nach 4 Wochen ist eine Begründung des
    verordnenden Arztes für die ggf. weitere Verordnung erforderlich. Ist nach einem Behand-
    lungszeitraum (4 Wochen) kein Funktionsgewinn feststellbar, ist festzulegen, ob
    • die KG/PT abzuschließen ist,
    • eine EAP oder BGSW indiziert ist oder
    • eine andere medizinische Maßnahme, ggf. welche, notwendig sein könnte."

    Ich lese es eher so, dass dies für die Verordner und nicht für uns ist.
    Ich lese nicht, dass VO abgebrochen werden muss von uns.

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  • Vor 10 Monaten
    Tempelritter
    Tempelritter: 3688 Beiträge, 95% Empfehlungen

    danke RoFo so auch meine Interpretation und Erfahrung. Korrekt ausgestellt wie bei der GKV auch.

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  • (2)
    Vor 10 Monaten
    Physiodarter
    Physiodarter: 10 Beiträge, 100% Empfehlungen

    "Immer mehr kommt es bei Therapeuten zu Absetzungen, da diese Frist nicht eingehalten wurde. Diese können dann nichts dagegen tun, da die BG hier im Recht ist."

    Kenne von mir oder aus der Umgebung keinen Fall.... Irgendwelche Forenteilnehmer hier mit solchen Erfahrungen oder ist das eine "Ente"?

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  • (1)
    Vor 10 Monaten
    makkam
    makkam: 13 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Es ist uns vor kurzen auch passiert. BG möchte immer noch nicht zahlen.

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  • Vor 10 Monaten
    vdv
    vdv: 647 Beiträge, 59% Empfehlungen

    gilt wohl nur bei der GartenBG, IFK teilte heute mit ... alles beim alten ... verordnung 20x MT / 1x Woche ist keine Problem

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  • Vor 10 Monaten
    Gerry
    Gerry: 2744 Beiträge, 89% Empfehlungen

    Das hat für mich dann letztendlich die Konsequenz es so zu handhaben wie schon vor Jahren als die BG"en schon mal schwierig waren:

    Wenn eine Anmeldung mit einer BG-Verordnung vorliegt werde ich wieder zuerst bei der betreffenden BG anfragen ob ein Aktenzeichen vorliegt, erst dann werden die Termine vereinbart und Punkt nach 4 Wochen wird die Verordnung abgebrochen.

    Wenn Institutionen (KK"en, BG, Prüfpflicht, ect...) mir das Leben schwer machen möchten, mache ich mir das Leben einfacher!

    Grüße...Gerry

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  • Vor 10 Monaten
    tina007
    tina007: 4 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Hatte noch nie Absetzungen und Ärger mit BG- Verordnungen.
    Auskunft Verband deckt sich mit RoFo`s post.
    Kennen keinen Praxisbesitzer der von diesen Absetzungen betroffen war und ist.
    Bayern / Raum München,
    sonnige Grüße

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  • Vor 10 Monaten
    ralf277
    ralf277: 96 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Hallo,
    hatte auch bisher nie Beanstandungen und Absetzungen.
    Werde allerdings jetzt auch nach 4 Wochen abbrechen und abrechnen, da ich zu den geschädigten der "AbsetzungsgeschichteBEK//ZNS" gehöre......
    Hat mich damals einen 5 stelligen Betrag gekostet........

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  • Vor 10 Monaten
    Friedrich Merz
    Friedrich Merz: 38 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Es scheint wohl so zu sein, dass unterschiedliche Berufsgenossenschaften unterschiedliche Auskünfte geben und es eben auch unterschiedlich handhaben. Fakt ist, dass es Praxen gibt, welche die in Frage stehenden Behandlungen nicht vergütet bekommen.

    Liebe Grüße aus der Redaktion

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    (1)
    Vor 10 Monaten
    Susanne Braun
    Susanne Braun: 13 Beiträge, 86% Empfehlungen
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    Vor 10 Monaten
    Dominik Jakubowski
    Dominik Jakubowski: 26 Beiträge, 80% Empfehlungen
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    Vor 10 Monaten
    Muttertieryvonne
    Muttertieryvonne: 26 Beiträge, 100% Empfehlungen
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  • Vor 10 Monaten
    Magei
    Magei: 3 Beiträge, 0% Empfehlungen

    Bisher bei mir auch noch keine Absetzungen, obwohl viele BG Verordnungen. Bin jetzt aber unsicher und weiß noch nicht, was ich mache. ... Physios haben ja auch im Moment keine anderen Probleme, man man man

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  • Vor 10 Monaten
    Marco100
    Marco100: 1 Beiträge, 0% Empfehlungen

    Meine Erfahrungen als ehemaliger Angestellter in einer BG Unfallklinik ist die, dass es Stress gab wenn nicht ausreichend ambulant therapiert wurde. Falls jetzt so ein Verfahren Einzug halten sollte, wäre das mal ein prima Grund die Muskeln spielen zu lassen und ein oder zwei Wochen keine BG Patienten mehr zu behandeln ....
    Schätze, dass dieses Verfahren nicht auf allen medizinischen Ebenen bekannt ist und die dringende behandlungsbedürftigkeit zu recht schneller Korrektur führt

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  • (4)
    Vor 10 Monaten
    Susanne Braun
    Susanne Braun: 13 Beiträge, 86% Empfehlungen

    ...ein Grund mehr, nur noch auf privater Basis zu behandeln!!!
    Wenn sich endlich mal alle Physiotherapeuten einig wären und diese inakzeptablen Vergütungen und Bedingungen der GKV (und wohl nun auch der BG) nicht mehr akzeptieren würden, wäre mal ein deutliches Zeichen gesetzt... Das ist schon lange überfällig. Oder wie lange wollt ihr euch das alles noch gefallen lassen??

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  • (1)
    Vor 10 Monaten
    NorbArt
    NorbArt: 134 Beiträge, 94% Empfehlungen

    Diesem Bericht fehlt es leider an Evidenz !
    Hier ist ZDF gefragt Herr Merz.
    (Z ahlen, D aten, F akten)

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    Es gibt eine Anwort:

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    Vor 10 Monaten
    Frieder Bothner
    Frieder Bothner: 751 Beiträge, 97% Empfehlungen
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  • Vor 10 Monaten
    freestyl
    freestyl: 15 Beiträge, 0% Empfehlungen

    Hallo Forum,

    also ich habe jetzt mit einigen BG`s bereits telefoniert. Diese Wissen noch gar nichts von diesen Änderungen. BG Landwirtschaft z.B wird weiter ganz normal abrechnen wie bisher. Warte aber selbst noch auf Rückmeldungen der anderen BG`s und werde dann informieren welche BG`s wie verfahren.

    Bis dahin alles gute.

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  • (1)
    Vor 10 Monaten
    dirk20
    dirk20: 19 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Hier die Antwort des DGUV,

    Zu Ihrer Anfrage: In der Handlungsempfehlung zur Verordnung, Durchführung und Qualitätssicherung der Physiotherapie/Krankengymnastik, Physikalischen Therapie, Ergotherapie, EAP, BGSW, ABMR (Stand: März 2016) werden die Rahmenbedingungen für die Erbringung der genannten Leistungen beschrieben.

    Für die Physiotherapie erfolgt die Festlegung, dass die Verordnung längstens vier Wochen umfasst. Leider gibt es – wie in Ihrem Fall- immer wieder verordnende Ärzte, die ein höheres Behandlungsvolumen bzw. –frequenz aufschreiben. In diesen Fällen bitten wir Sie, mit dem Verordner Kontakt aufzunehmen und auf die Sachlage hinzuweisen, die sonst zu einer Rechnungskürzung zu Ihren Lasten führen könnte.

    Wir haben Ihre Problemmeldung (wie die von anderen Physiotherapeutin und Physiotherapeuten) für die nächste Besprechung der Handlungsempfehlung aufgenommen.



    Auszug aus der Handlungsempfehlung S. 6
    Für welchen Zeitraum wird verordnet?

    Solange ein erkennbarer, messbarer Funktionsgewinn zur völligen oder weitestgehenden Wiederherstellung zu erwarten ist oder einer drohenden Verschlimmerung vorgebeugt werden kann. Eine Verordnung umfasst längstens 4 Wochen (die Frist beginnt ab Verordnungsdatum).

    Danach hat eine Kontrolluntersuchung beim verordnenden Arzt zu erfolgen. Es ist ggf. eine weitere Verordnung auszustellen. Nach 4 Wochen ist eine Begründung des verordnenden Arztes für die ggf. weitere Verordnung erforderlich. …

    Link

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