Komplikationen bei Frakturen 7

Laterale Frakturen der mittleren Rippen mit höchster Komplikationsrate

10.07.2020

Durch die zunehmende Motorisierung sowie der Ausstattung der Autos mit Sicherheitsgurten und Airbags stieg in den letzten Jahrzehnten auch die Zahl stumpfer Thoraxtraumata und damit assoziierter Rippenfrakturen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu inneren Organen ist die Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen dabei besonders hoch.

Ein israelisches Forscherteam wollte herausfinden, ob das Komplikationsrisiko bei Rippenfrakturen auch von deren anatomischer Lage abhängt. Dazu werteten sie die Daten von 102 PatientInnen mit zwei und mehr gebrochenen Rippen aus, die stationär behandelt werden mussten.

Sie teilten die Frakturen in fünf Gruppen ein: Bruch der oberen Rippen (1.–4. Rippe), anteriore Fraktur der mittleren Rippen (4.–9.), laterale Fraktur der mittleren Rippen, posteriorer Bruch der mittleren Rippen und Fraktur der unteren Rippen (9.–12.).
Es zeigte sich, dass bei lateralen Frakturen der Mittelrippen am häufigsten Komplikationen auftraten, darunter Pneumothorax, Ateminsuffizienz, Hämatothorax und Lungenkontusion.

Da sich die genaue Bruchstelle auf konventionellen Röntgenbildern zum Teil nur unsicher erkennen lässt, empfehlen sie daher bei dem Verdacht auf mehrere frakturierte Rippen eine Computertomografie. Aus den Ergebnissen schlussfolgern sie zudem, dass PatientInnen mit lateralen Rippenfrakturen engmaschiger überwacht werden sollten. Durch frühe Interventionen können somit Komplikationen vermieden werden. Zukünftige Studien sollen noch klären, ob eine Plattenfixation die Komplikationsrate senken kann.

Ein Abstract der Studie finden Sie hier.

Claudia Czernik / physio.de




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